Plätzchen fürs Chapakazi

Hallo zusammen!

Lang ist es her, dass ich etwas von mir hören lassen habe, aber vielleicht schaut ja doch nochmal jemand auf meiner Seite vorbei 😉

Ich habe mich mittlerweile in Düsseldorf eingelebt und bin mit meinem Studium beschäftigt. Es scheint mir schon soo lange her und so weit weg, dass ich in Tansania war. Es ist ja jetzt auch schon wieder fast 5 Monate her, die ich wieder hier bin.

Und doch merkt man immer wieder, dass man die Zeit nie vergessen wird. Zwischen meinen ganzen Anatomiepostern und Lernzetteln hängt an meiner Wand das Plakat aus dem Chapakazi, auf das jedes Kind seinen Handabdruck gesetzt hat.

Und auf meinem Laptop laufen immer neue Bilder aus dem Chapakazi als Hintergrund.

Wie gerne würde ich auf der Stelle wieder hinfliegen! Ich habe mir grade meine Berichte aus der Zeit durchgelesen und vermisse alles ziemlich.

Wenn sich irgendwann Zeit und Geld findet, dann werde ich auf jeden Fall noch einmal hinfliegen. Ich hoffe nur, dass ich es schnell schaffe, denn sonst wird die Wahrscheinlichkeit, noch die gleichen Kinder im Chapakazi anzutreffen, immer geringer…

 

Jetzt aber zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrags:

Am Wochenende habe ich wieder zusammen mit Brigitte und Silke Plätzchen auf dem Weihnachtsmarkt in Rees verkauft. Vielleicht erinnert ihr euch ja noch  daran, dass ich letztes Jahr auch dort war, um Spenden für meine Arbeit zu sammeln.

Dieses Jahr ist das Geld allerdings nicht für mich (schön wärs, als arme Studentin 😉 😛 ) , sondern die ganzen Einnahmen werden ans Chapakazi gehen!!!

Wir haben also wieder alle fleißig gebacken und verkauft und hatten dabei auch noch Glück mit dem Wetter, sodass wir nochmal erfolgreicher waren als letztes Jahr!

Ich bin unglaublich glücklich darüber, denn das Geld wird auf jeden Fall ankommen! Ich werde noch einmal mit Miriam vor Ort sprechen, und dann werden wir gemeinsam schauen, wofür das Geld am Besten verwendet werden kann, aber auf jeden Fall wird es den Kindern unheimlich weiterhelfen!!!!

Oh man, jetzt habe ich wieder Fernweh und am liebsten würde ich einfach alle Kinder in den Arm nehmen und ganz fest knuddeln und Hadija, Amina und Debora auch, und Deboras Sohn, der ja jetzt auch schon einige Monate alt ist. Ich hoffe einfach, dass sich irgendwann in naher Zukunft noch einmal die Gelegenheit ergeben wird, um die tausenden Kilometer zu überfliegen und noch einmal in die Welt in Moshi eintauchen zu dürfen.

Bis bald

Janina

Kwaheri Tanzania – Karibu Ujerumani

Hallo zusammen,

vor einer Woche hieß es für mich nun „Auf Wiedersehen Tansania – Willkommen Deutschland“

Zwei Wochen vor meiner Rückkehr nach Deutschland gab es schon das erste große Wiedersehen – Meine Familie kam mich in Moshi besuchen – mit 9 Koffern für 5 Personen (die Hälfte davon waren aber Sachen für die Kinder 😉 )

Das Wiedersehen war wirklich sehr emotional. Ich habe sie am Flughafen abgeholt und als meine Mama als Erste aus dem Gebäude herauskam, gab es für uns beide kein halten mehr 😉 Auch wenn ich in dem halben Jahr nie wirklich Heimweh hatte, so war es doch einfach nur schön, sich wieder in den Armen zu liegen 🙂

Meine Familie war zwei Tage in Moshi, und ich habe versucht, ihnen in der Zeit soviel wie möglich zu zeigen, ich glaube das war ein ziemlicher Kulturschock für sie, ich hatte immerhin ein paar Wochen, bis ich das meiste kannte.
Wir waren auf dem Markt, auch in der Fleischabteilung die ich aus Gründen, die meine Familie jetzt auch nachvollziehen kann, sonst immer gemieden habe (es stinkt wirklich stark und das Fleisch hängt dort ungekühlt und die Fliegen fallen drüber her). Aber um einen realen Eindruck zu bekommen, muss man halt dadurch 😛
Dann sind wir Daladala gefahren, das war schon ziemlich lustig, die Gesichter der Tansanier zu sehen, als wir mit 6 „Wazungu“, also Weißen, eingestiegen sind. Wir waren ca.20 Leute im Daladala,also eigentlich sogar noch relativ viel Platz, auch wenn meine Eltern das auch schon sehr eng fanden 😉
Wir sind sogar Bodaboda gefahren, das sind die Motorradtaxen. Ich habe mich während meines Aufenthalts hier überhaupt nicht getraut, zu erzählen, dass ich mit den Motorrädern fahre, und ich war mir auch echt nicht sicher,ob meine Familie das machen würde, aber sie haben sich gesagt : „Wenn schon, denn schon.“ und so sind wir jeweils mit 3 Personen (Fahrer + 2 von uns) auf einem Motorrad gefahren und alle hatten sichtlich Spaß 😀

Das schönste war aber, dass ich meiner Familie das Chapakazi zeigen konnte. Wir sind dann morgens mit einem Taxi mit den Koffern für die Kinder dorthin gefahren (meine Eltern haben sich ziemliche Sorgen um das Taxi gemacht, da die Straßen nicht unbedingt gut befahrbar waren, für mich war es mittlerweile normal ).
Als wir im Chapakazi ankamen, guckten schon die ganzen Kinder an der Seite heraus und riefen „Wazungu, wazungu!“. Dann haben wir erstmal ein bisschen gesungen und gespielt und später haben wir dann angefangen, zusammen mit den Lehrerinnen die Koffer auszupacken. Wir haben jedem Kind zwei Zahnbürsten und Zahnpasta in die Rucksäcke gepackt und dann ein paar Spiele mit ihnen ausprobiert.
Außerdem hatten wir noch für jedes Mädchen ein Kuscheltier und für jeden Jungen ein Spielzeugauto. Es war wirklich schön zu sehen, wie sehr die Kinder sich gefreut haben, als sie später ihre Rucksäcke geöffnet haben und die Zahnbürsten gesehen haben und sie uns dann ganz stolz gezeigt haben.
Dann rückte leider der entgültige Abschied immer näher. Die Kinder haben es noch gar nicht wirklich verstanden, sie haben noch ganz viel „kwaheri Janina“ gesungen, und haben mich ganz verdutzt angeschaut, als ich plötzlich angefangen habe zu weinen und dann hat auch noch Hadija angefangen zu weinen und dann mussten wir ganz schnell gehen, sonst wäre es noch schwerer geworden…
Die Kinder vermisse ich ziemlich, auch wenn sie manchmal anstrengend waren oder nervig, so habe ich sie alle ins Herz geschlossen und ich hoffe, dass ich zumindest einige von ihnen nochmal wiedersehen werde, auch wenn das bei den Meisten relativ unwahrscheinlich ist, da sie in ein paar Jahren alle in die Schule gehen werden, also muss ich es wohl schaffen, möglichst schnell noch einmal zurückzukehren.

Als wir dann im Flugzeug nach Deutschland saßen, hatte ich schon einen Kloß im Hals, vor allem als sich dann auch nochmal der Kili zum Abschied zeigte…

Jetzt bin ich schon wieder eine Woche in Deutschland und es ist echt komisch, wie normal mir alles schon wieder vorkommt. Ich habe das Gefühl, als ob ich einfach nur aus einem Urlaub wiedergekommen bin, außer vielleicht, dass unser Wohnzimmer jetzt anders aussieht und wir Sommer haben, obwohl ich im Winter abgeflogen bin.
Ich glaube, man wird erst nach und nach merken, was man alles erlebt hat und es erst dann wirklich realisieren.

Auf jeden Fall habe ich es zu keinem Zeitpunkt bereut, nach Tansania gegangen zu sein, und all die Bedenken, die ich oder meine Familie hatten, haben sich als unbegründet rausgestellt.
Ich danke allen, die mich vor und während meines Aufenthalts unterstützt und ermutigt haben, danke dafür, dass ihr so fleißig meinen Blog gelesen habt, so konnte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und ich hoffe, ihr wisst jetzt auch ein bisschen mehr über Tansania als vorher 😉

Und natürlich ein riesiges Dankeschön an alle, die etwas für die Kinder beigesteuert haben, seien es Kuscheltiere, Spiele, Kleidung oder Zahnbürsten!
Außerdem habe ich mithilfe der Spenden dafür gesorgt, dass die Kinder im Chapakazi für das nächste Jahr mit „Lishe“ versorgt sind, das ist ein Brei aus verschiedenen Getreidesorten. Vorher gab es für die Kinder nur einen Brei aus Maismehl und Wasser, was natürlich nicht unbedingt nährreich ist.

Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich erstmal. Es wird sicherlich nochmal ab und zu einen Eintrag geben, wenn mir noch etwas ganz wichtiges einfällt, dass ich noch mitteilen möchte, oder ich noch ein schönes Foto finde.

Asante sana na kwaheri! – Vielen Dank und auf Wiedersehen!

Janina

Die letzten Tage

Hallo zusammen,

die letzten Tage in Moshi sind für mich jetzt angebrochen.
Am Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag im Chapakazi und ich will noch überhaupt nicht daran denken, wie ich die Kinder morgen ein letztes mal in den Arm nehme, wenn ich und meine Familie das Chapakazi noch einmal besuchen…

Auch der Abschied von Hadija, Amina und Debora wird mir ziemlich schwer fallen.
Alle sagen mir in den letzten Tagen immer wieder „Usiondoke!“, was heißt, dass ich nicht weggehen soll.
Der Abschied wird wirklich schwer werden, vor allem, da ich nicht weiß, wann ich wieder hierher kommen werde, auch wenn ich mir das auf jeden Fall vornehme.
Aber selbst wenn ich wiederkomme, werde ich wahrscheinlich die meisten der Kinder nicht wiedersehen, da sie dann in die Schule gehen. Es wird also ein Abschied für immer, das macht es nicht einfacher.

In den letzten Wochen habe ich so langsam angefangen, alle Dinge zu erledigen, die ich noch machen möchte, bevor ich gehe, ich habe von allem Fotos gemacht, war nochmal beim Friseur und habe mir meine Haare machen lassen, ich war bei der Schneiderin, habe mit unserer Gastmama zusammen Chapatis und Mandazi gemacht, traditionell tansanisches Essen und habe auch im Chapakazi noch viel gemacht.

An einem Tag haben wir Pilau gekocht, das ist Reis mit Fleisch und Gemüse, den es sonst nur an Feiertagen gibt, Hadija meinte zu den Kindern: „Wenn ihr zuhause erzählt, dass ihr im Chapakazi Pilau gegessen habt, werden sie euch nicht glauben“.
Ein anderes Mal haben wir süße Pfannkuchen für die Kinder gemacht, ein europäisches Gericht, was ausnahmslos allen geschmeckt hat, anders als damals der Kartoffelsalat 😀

Dann habe ich mit den Kindern Tiermasken gebastelt, Mandalas gemalt, draußen gespielt, gesungen, noch mehr gemalt, und und und.
Es fallen einem noch so viele Sachen ein, die man mit den Kindern machen möchte, wenn man nur noch einige Tage hat.

Am letzten Tag gab es auch nochmal einige Überraschungen für die Kinder.
Wir sind nach draußen gegangen und haben Sackhüpfen und Eierlaufen und Schwänzchenfangen gespielt, alles so einfache Spiele, für die man nicht mehr braucht, als ein paar alte Getreidesäcke, Löffel, Eier oder ein paar Stofffetzen.
Später haben wir es dann auch noch mit Topfschlagen probiert, dabei hatten die Kinder dann auch ziemlich viel Spaß.
Dann hatte ich mit meiner Gastmama Kekse gebacken, in einem „lokalen Backofen“, also einem Topf auf dem Feuer, auf den ein Deckel mit heißer Kohle gelegt wurde, sodass der Topf von oben und unten erhitzt wurde.
Dann hatte ich noch einen Kuchen für die Kinder gebacken (allerdings in einem normalen Ofen bei unserer Koordinatorin 😉 )
Als es dann an dem Tag dem Ende zuging, haben die Kinder angefangen „Goodbye our teacher“ zu singen, da wurde mir dann ziemlich schwer ums Herz…

Letzte Woche ist hier auch der islamische Fastenmonat zuende gegangen.
Während des Ramadan dürfen Muslime nur essen, wenn es dunkel ist und den Rest des Tages müssen sie fasten.
Die Einstellung hierzu ist aber sehr unterschiedlich. Viele Tansanier fasten sehr streng, trinken auch den ganzen Tag über nichts, andere sehen das eher etwaws lockerer. Hadija hat zum Beispiel jeden Tag gesagt, dass sie morgen anfängt zu fasten, ich habe insgesamt zwei Tage mitgekriegt, an denen sie wirklich gesfastet hat 😀
Trotzdem gab es gestern bei ihr dann ein Festessen, zu dem ich auch eingeladen war, und danach sind wir dann noch zu Amina gegangen, bei der wir auch nochmal etwas zu Essen bekommen haben, auch wenn wir eigentlich schon satt waren 😀

Die letzten Wochen waren also noch einmal ziemlich erlebnisreich und ich glaube ich werde erst begreifen, dass es wieder zurück nach Deutschland geht, wenn ich im Flugzeug sitze.

Ich freue mich schon wieder auf Deutschland, und doch möchte ich noch nicht gehen.

Ich hoffe, dass der Abschied zumindest nicht ganz so schwer ist, wenn meine Familie da ist, denn dann kann ich mich mehr darauf freuen, mit ihnen zusammen wieder zurückzukehren.

Alles Liebe
Janina

Just married…

Hallo zusammen!

Letztes Wochenende gab es ein Großereignis für alle Freiwilligen von World Unite! : Unsere Koordinatoren Adelina und George haben geheiratet!
Und da ich die beiden mittlerweile auch relativ gut kenne, war diese Hochzeit wirklich etwas besonderes.

Die Hochzeit fing quasi schon am Donnerstag an, denn da hatte Adelina uns zu ihrem Send-Off in ihrem Heimatdorf eingeladen.
Das Send-Off ist die Verabschiedung der Braut von ihrer Familie.
Eigentlich sollte es am Donnerstag stattfinden, aber dann kam leider eine Beerdigung dazwischen und so wurde die Feier auf Freitag(-morgen) verschoben. Also sollte es für uns am Donnerstag Nachmittag um 2 in Moshi losgehen, es wurde extra ein Daladala für uns organisiert, in dem wir die sechs Stunden bis zu Adelinas Dorf fahren sollten.
Los ging die Fahrt dann um 4, das ist ja noch im Rahmen der tansanischen Verspätung 😉 Wir waren dann also gegen 10 in dem Dorf, haben dann noch eine Kleinigkeit gegessen und dann sind wir schlafen gegangen, es sollte schließlich am nächsten Tag früh losgehen.

Der Plan war, dass uns Gabriel, Adelinas Bruder, um halb 9 an der Unterkunft abholt zum Frühstücken und wir dann um 9 losfahren zu Adelinas Haus, sodass das Send-Off gegen 10 beginnen kann.
Angepeilt war, dass wir uns dann so gegen 3 oder 4 wieder zurück auf den Weg nach Moshi machen können, sodass wir abends ankommen.
Tja, soweit der Plan. Aber man wäre ja nicht in Tansania, wenn dieser tatsächlich eingehalten werden würde 😉

Nach deutscher Manier standen wir um Punkt 8:30 startfertig vor unserer Unterkunft und haben auf Gabriel gewartet.
Der kam aber nicht.
Um 10 Uhr kam dann George, er war nachts in Moshi losgefahren und kam dann grade nach einer langen Fahrt an der Unterkunft an.
Dann sind wir mit ihm frühstücken gegangen, dann haben sich noch alle schick gemacht, sodass wir dann gegen 12 an Adelinas Haus waren. Dort war noch die Familie dabei, Geschenke zu überreichen und das hat dann auch natürlich noch ein bisschn gedauert.
Danach sind dann alle in ihre Autos eingestiegen, aber natürlich ging es noch nicht zu der Feier, sondern erstmal mussten natürlich noch ganz viele Fotos von Adelina an verschiedenen Orten gemacht werden.
Wir sind dann in der Zwischenzeit zum Mittagessen gebracht worden und danach ging es dann zur Feier. Gegen 4 waren dann alle in der Halle und die Feier konnte losgehen.
Vom Ablauf her war es eigentlich fast eine kleine Hochzeit, nur dass der Bräutigam fehlte.
Es wurde Kuchen angeschnitten, es gab Champagner, es gab Buffet, alle tanzten nach vorne, um Geschenke abzugeben, das ganze Programm halt 😉
Es war ziemlich schön und gegen 8 Uhr war die Feier dann zuende, bis wir dann losgefahren sind, war es 9 Uhr. Die Fahrt hat dann natürlich auch noch länger gedauert, da wir große Musikboxen auf dem Dach hatten und deswegen nicht so schnell fahren konnten. Also waren wir dann um 4 Uhr morgens in Moshi und bis dann alle nach Hause gebracht wurden, war es 5.
Dann hieß es natürlich einfach nur noch ab ins Bett, denn in ein paar Stunden ging dann die eigentliche Hochzeit los.

Um 2 Uhr sollte der Gottesdienst starten, als wir um halb 3 ankamen, waren zumindest schon der Chor und der Bräutigam da 😉 Die Braut kam dann eine halbe Stunde später, dann ging der Gottesdienst los, auch wenn die Kirche noch ziemlich leer war. Nach einer halben Stunde kamen dann auch mal die Brauteltern, alle waren also ziemlich entspannt 😀
Die beiden haben in einer katholischen Kirche geheiratet, also unterschied sich die Zeremonie nicht so sehr von der in einer deutschen katholischen Kirche 😉 Nur auf das „sie dürfen die Braut jetzt küssen“ habe ich vergeblich gewartet, in Tansania zeigt man seine Zuneigung nicht öffentlich.

Nach der Kirche tauchte dann der Rest der Gesellschaft auf, es wurden Fotos vor der Kirche gemacht, während eine Blaskapelle spielte.
Als nächstes gab es einen Autokorso durch die Stadt, vorneweg ein Pickup mit der Blaskapelle obendrauf (das gehört hier bei allen Hochzeiten mit dazu) und einem Kameramann, dahinter das Auto mit dem Brautpaar und dann folgten alle anderen.
Gefahren sind wir dann zu einem wunderschönen Garten, in dem dann tausende Fotos, in allen Ecken des Gartens und mit allen möglichen Personenkonstellationen, gemacht wurden 😉

Danach ging es dann zur eigentlichen Feier. Die lief ziemlich ähnlich ab, wie die Hochzeit, die ich ganz am Anfang meines Aufenthalts miterlebt habe.
Es begann mit dem (tanzenden) Einzug des Brautpaares, dann wurde ein westlicher und ein tansanischer Kuchen (=Ziege 😉 ) angeschnitten, dann wurden die Familien vorgestellt, es wurden Reden gehalten, es gab Champagner, dann gab es Buffet und am Ende wurden dann schließlich von allen Gästen die Geschenke überreicht.

Es war ein ziemlich schöner Abend, aber ich war dann am Ende auch froh, als ich im Bett lag 😉

Ansonsten habe ich die letzten Wochen noch einige Sachen in Moshi erledigt. So langsam muss ich ja anfangen, alles, was ich hier noch machen möchte, zu erledigen, denn ich habe ja nur noch vier Wochen in Moshi.

Die letzten Wochen vergehen wirklich wie im Flug.

Ich kann noch gar nicht glauben, dass meine Zeit hier bald vorbei ist.

Alles Liebe
Janina

Die Zeit vergeht…

Hallo zusammen!

Die letzten Wochen sind mal wieder wie im Flug vergangen.
Sechs Wochen habe ich jetzt noch, bevor meine Familie mich besuchen kommt und in acht Wochen geht es dann zurück nach Deutschland.

In den letzten Tagen ist natürlich auch wieder einiges passiert.

Im Chapakazi spielen wir jetzt ganz viel Memory (selbst die Lehrerinnen wollen zwischendurch immer spielen 😀 ), das Katja mitgebracht hatte aus Deutschland. Sie selber war nur ein paar Tage da und hat sich dann für ein anderes Projekt entschieden, in dem lange kein Freiwilliger mehr war.
Also war ich die meiste Zeit alleine im Chapakazi. Aber das macht mir nichts aus, denn mittlerweile verstehe ich mich so gut mit Hadija und Amina und auch die Verständigung auf Swahili klappt immer besser. Ein bisschen habe ich also doch gelernt 😉
An einem Tag habe ich den Kindern gesagt, dass sie mal alle ihre Zahnbürsten mitbringen sollen, sodass wir alle zusammen Zähne putzen können. Ich war ziemlich gespannt, ob überhaupt alle Kinder Zahnbürsten haben und wie sie Zähne putzen.
Ich war ziemlich überrascht, als tatsächlich fast alle Kinder eine Zahnbürste mithatten (außer die paar Pappenheimer, die sie zuhause vergessen haben :D) Der Zustand der Zahnbürsten deutete allerdings manchmal darauf hin, dass sie schon seit Jahren verwendet werden oder so…Beim Zähneputzen hatten die Kinder alle ziemlich Spaß und alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um dann ihre sauberen Zähne zu präsentieren.
Und ich muss wirklich sagen, dass die Zähne der Kinder trotz ihrer Armut in einem relativ guten Zustand sehen, wenn man vergleicht, wie die Zähne mancher Erwachsenen aussehen…

An den Wochenenden habe ich auch wieder ein bisschen was unternommen.
Letzte Woche bin ich mit einer anderen Freiwilligen in die Usambara Berge gefahren. Die Berge befinden sich östlich von Moshi in Richtung Küste und sind den Deutschen schon seit Kolonialzeiten bekannt. Die Kolonialisten haben sich damals vor der Hitze in die Berge zurückgezogen, weshalb der Ort „Lushoto“ auch früher „Wilhelmstal“ hieß.
Geschlafen haben wir in der ersten Nacht auf einer Farm in der Nähe von Lushoto, direkt an einem Aussichtspunkt. Die Farm wird auch von Deutschen geführt und das beste war, dass es deutsches Essen gab (vor allem das Frühstück mit Roggenbrot und frischem Käse und Joghurt hat es mir angetan *.* )

Abends haben wir uns den Sonnenuntergang am Aussichtspunkt angeschaut und am nächsten Morgen ging es dann noch höher in die Berge, nach Mambo. Unser Zimmer dort lag direkt an der Klippe, sodass wir einen wunderschönen Ausblick von unserem Balkon hatten. Den Sonnenuntergang konnten wir hier aber leider wegen der Wolken nicht so gut sehen, aber es war trotzdem wunderschön.
Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Moshi.Da uns erzählt wurde, dass es nur einen Bus ins Tal gab, der morgens um 4 losfuhr, wir aber auf jeden Fall nicht so früh zurückwollten, haben wir uns entschieden, ein bisschen zu wandern und so zum nächsten größeren Ort zu gelangen. Also sind wir auf gut Glück losgelaufen, haben auch sogar die „Hauptstraße“ gefunden, was ohne jegliche Ausschilderung und dadurch, dass es überall ziemlich ähnlich aussieht, gar nicht so einfach war. Dann sind wir einige Stunden und Kilometer gewandert, durch wunderschöne Landschaft und kleine Bergdörfer. Irgendwann hielt dann ein Boda-Boda (ein Motorradtaxi) bei uns an und fragte, ob er uns mitnehmen könnnte. Da es noch ein ganzes Stück war bis zum nächsten größeren Ort, haben wir uns mitnehmen lassen und es war ein atemberaubendes Gefühl, mit dem Motorrad durch die Berge zu fahren.Vom nächsten Ort konnten wir dann einen Bus nehmen und sind dann irgendwann wieder in Moshi angekommen. Es war wirklich ein unglaublicher Ausflug!

Heute bin ich mit Simone, meiner Mitbewohnerin, nach Arusha gefahren. Arusha ist die nächste größere Stadt, ca. 2 Stunden entfernt von Moshi. Es ist dort aber trotzdem noch relativ übersichtlich.
In Arusha gibt es Fahrradtaxis, das sind Fahrräder mit einem Sitz auf dem Gepäckträger und mit so einem sind wir dann zum Maasai-Markt gefahren, einem riesigen Markt mit ganz vielen Souveniren. Schließlich kann ich ja schlecht ohne ein einziges Souvenir nach Hause fahren 😉
Dann sind wir noch auf den Stoffmarkt gegangen, dort wird man quasi erschlagen von all den unterschiedlichen afrikanischen Stoffen 😉

Sechs Wochen bin ich noch alleine hier. Ich fürchte, die letzten Wochen werden ziemlich stressig, wenn einem dann all die Sachen einfallen, die man unbedingt noch erledigen muss…Sechs Wochen sind schon noch ein bisschen, aber ich glaube, ehe ich mich versehe, hole ich meine Familie vom Flughafen ab.
Ich freue mich schon total darauf, sie wiederzusehen und hoffe, dass so wenigstens der Abschied von Moshi nicht ganz so schwer wird, wenn ich nicht alleine bin.

Was ich auf jeden Fall nicht vermissen werde, sind die ganzen kleinen Mitbewohner in unserem Zimmer. Man läuft immer mal wieder einer Kakerlake über den Weg und vor ein paar Tagen hatten wir ein echtes Horrorszenario (zumindest für mich) : eine riesige Vogelspinne bei uns im Badezimmer !!! Wir sind erstmal ganz schnell zu unserer Gastmutter gelaufen, und sie hat uns dann geholfen. Und an alle, von denen ich Witze darüber gehört habe : Ich hätte euch mal gerne in der Situation gesehen 😛 😉

Da freue ich mich dann doch wieder auf mein Zimmer, dort laufen mir sicherlich nicht solche Tiere über den Weg 😉

In dem Sinne : Bis zum nächsten Blogeintrag (wenn ich nicht nachts von einer Riesenspinne gefressen werde 😀 )

Alles Liebe
Janina

Pasua und Marangu

Hallo zusammen,

in den letzten zwei Wochen ist mal wieder einiges passiert.

Erst einmal habe ich nach einer neuen Unterkunft gesucht, da ich aus der Stadt WG ausziehen musste (in der ich ohnehin alleine gewesen wäre).

Also habe ich ein paar Bekannte gefragt und bin so auf eine nette Familie gestoßen, die direkt in Pasua wohnt. Es ist ein älteres Ehepaar, deren Kinder schon ausgezogen sind und die deswegen immer mal wieder Freiwillige aufnehmen 🙂 Ich fühle mich dort sehr wohl, die beiden sind total lieb 🙂
Durch Zufall habe ich Simone, eine Freiwillige aus dem Kilimanjaro Orphanage kennengelernt, die auch nach einem Zimmer gesucht hat und wir haben uns super verstanden und beschlossen, uns ein großes Zimmer bei der Familie zu teilen 🙂 Das hat alles ziemlich gut gepasst, denn ich mag es lieber, nicht alleine zu wohnen.

Dann ist diese Woche auch eine neue Freiwillige ins Chapakazi gekommen. Die Woche, die ich alleine im Chapakazi war, war auch sehr schön, aber wenn man noch jemanden hat, mit dem man sich abstimmen kann, ist es schon schöner 🙂

Im Chapakazi gab es außerdem diese Woche noch eine schöne Überraschung : Deboras Kind ist auf die Welt gekommen 🙂 Wer mich kennt, der weiß, dass ich sofort hin und weg war, als ich den Kleinen gesehen habe 😉

Am Mittwoch bin ich mit meiner Gastmutter in ihr Heimatdorf, nach Marangu gefahren. Marangu liegt auf den Hängen des Kilimanjaros und ist auch Startpunkt für die Besteigungen.
Es ist, als würde man in eine andere Welt kommen. Alles ist grün, überall wachsen alle möglichen Pflanzen, es ist typischer Regenwald.
Meine Gastmutter hat dort noch ein Haus und eine Farm, sodass wir vollbeladen mit Kochbananen und Avocados wieder zurück nach Moshi gefahren sind 🙂

Das waren glaube ich erstmal alle Neuigkeiten, ansonsten ist es immer noch warm, auch wenn es durch den Regen zwischendurch schon ziemlich abkühlt.

Alles Liebe
Janina

Halbzeit

Hallo zusammen!

Jetzt ist schon mehr als die Hälfte meiner Zeit hier in Moshi um !

Ich habe schon so viel hier gesehen und bin echt gespannt, was mich alles noch erwartet, wahrscheinlich gehen die letzten Monate viel zu schnell um… Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen mehr in das tansanische Leben eintauchen kann, bis jetzt haben wir, außer in der Arbeit, meistens doch eher mit Voluntären zu tun als mit Einheimischen.

Trotzdem hat man auf jeden Fall schon einen guten Einblick bekommen, vor allem Hadija, Amina und auch Deborah, mit der wir am Anfang beide nicht so gut zurechtkamen, tauen immer mehr auf und man erfährt immer mehr über deren Leben, so hat uns zum Beispiel Deborah letztens einfach so das Fotoalbum von ihrer Hochzeit gezeigt und letztes Wochenende haben wir uns mit den dreien zum Mittagessen getroffen, quasi schonmal als Abschied von Anna.

Im Chapakazi war es die letzten Wochen auch wieder sehr schön. Anna und ich haben letztes Wochenende ein Alphabet für die Kinder vorbereitet und laminieren lassen, sodass es kinder- und wetterfest ist und Hadija es im Chapakazi aufhängen kann. Außerdem haben wir mit den Kindern Plakate gemacht mit ganz vielen bunten Handabdrücken drauf, je eins für mich und Anna als Erinnerung und eins fürs Chapakazi. Letzten Freitag ist Alice (unsere Mitbewohnerin) mit ins Chapakazi gekommen und hat mit den Kindern gespielt und wir haben wieder gaaaanz viele Mandazi gemacht 🙂

Im Gegenzug waren wir einen Tag mit ihr im Krankenhaus. Das war echt ziemlich spannend. Als erstes dachte man, man wäre in einer Hotelanlage gelandet, weil es nicht ein großes Gebäude gab, sondern viele verwinkelte Wege und kleine Häuschen. Alice hat uns ein bisschen rumgeführt und dann sind wir mit auf ihre „Station“ gekommen. Das war ein großer Saal, in dem um die 25 Betten standen, die allesamt von Männern belegt waren (das ist das einzige, nach dem man hier unterscheidet, es gibt zwei „wards“ für Allgemeinmedizin, einen für Frauen und einen für Männer, und dazu noch eine Station für chirurgische Patienten (und dann soweit ich weiß noch eine für Pädiatrie und eine für Gynäkologie).

Der Saal war also vollgestellt mit Betten, es gab keinerlei Privatsphäre, wenn beispielsweise ein Katheter gelegt werden musste, wurden lediglich kurz Sichtschutzwände aufgestellt. Die Patienten lagen vielleicht einen Meter auseinander und es waren unter anderem Fälle vertreten von Malaria und auch Tuberkulose (was ansteckend ist, wenn man keine Schutzimpfung hat).
Das heftigste, was ich an diesem Tag gesehen habe, war ein alter Mann, der an eine Atemmaschine angeschlossen war. Irgendwann fing diese an ziemlich laut zu piepen, aber keiner hat sich drum gekümmert. Alice hat einen Arzt gefragt, ob er nicht mal nachschauen kann, der meinte nur, dass sei Aufgabe der Pfleger und hat sich nicht weiter damit beschäftigt. Irgendwann hat dann doch ein Pfleger danach geschaut und der Alarmton hat aufgehört. Später bei der Visite ist uns dann aufgefallen, wie schlecht der Mann aussah und Alice hat sich das Sauerstoffgerät genau angeschaut und gesehen, dass es von vorher 10 Litern die Stunde auf 3 Liter heruntergedreht war! So stellt man also einen Alarm aus…

Wie ihr seht, war der Tag im Krankenhaus sehr eindrucksvoll, da kann man schon froh sein über die medizinische Versorgung in Deutschland…

Freitag war dann Annas letzter Tag im Chapakazi. Wir haben als Überraschung unsere gesamten Luftballonvorräte aufgepustet und die Kinder (und Lehrer) hatten einen Riesenspaß 😀 Danach haben wir noch Mandalas mit den Kindern gemalt und natürlich nochmal ein paar Fotos gemacht.
Dann gabs noch einen leckeren Kuchen für die Kinder mit ganz viel Zuckermasse drauf (die war natürlich wie immer am begehrtesten :D)

Ansonsten sind wieder einige neue Voluntäre gekommen, ich bin also nicht alleine, jetzt, da Anna weg ist.
Gestern Abend ging der Flieger für sie Richtung Deutschland. Es ist schon ein komisches Gefühl, denn wir haben ja wirklich fast alles zusammen gemacht.
Aber ich freue mich, dass ich noch länger hier bleibe, noch möchte ich mich nicht von den Kindern, den Tansaniern und dem Land verabschieden 😉

Alles Liebe
Janina

PS: Ich sollte wirklich öfter im Blog schreiben, sonst werden die Einträge so lang 😉

Tanzanian Lifestyle

Hallo zusammen,

schon wieder ist eine Woche um. Die Zeit vergeht so schnell!

Ich merke mittlerweile immer wieder, wie man sich dem Leben in Tansania anpasst. Jetzt, wo wir nicht mehr in der Gastfamilie wohnen, müssen wir natürlich selber kochen, dafür gehen wir immer auf den lokalen Markt und kaufen gaaaaanz viel Gemüse und Obst (vor allem Avocado, Mango und Passionsfrucht haben es uns angetan). Eigentlich praktisch, erst in Tansania in einer WG zu wohnen, denn hier kann man sich nicht einfach eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben, sondern muss immer frisch kochen (wobei wir auch auffällig oft Spaghetti mit Tomatensauce kochen 😀 )
Die Waren auf dem Markt sind so günstig, letztens haben wir für die Kinder im CHapakazi 30 Bananen gekauft und 1200 Schilling (ca. 50 Cent) bezahlt 😀

In der WG wohnen wir im Moment zusammen mit drei Engländerinnen und zwischenzeitlich mit ein paar Mäusen, die haben sich aber mittlerweile wieder (unfreiwillig) verzogen 😉
Es ist für mich jetzt schon so selbstverständlich, meine Wäsche draußen in einem Eimer von Hand zu waschen, auch an die Stromausfälle hat man sich gewöhnt, auch wenn sie jedes Mal nervig sind, vor allem, da dann auch der Kühlschrank ausfällt…

Am Dienstag waren wir an einer Sprachschule in Moshi. Der dortige Englischlehrer hatte uns gefragt, ob wir mal vorbeikommen würden und uns seinen Unterricht anschauen und ein bisschen mit den Schülern reden würden.
Es war wirklich sehr interessant, die Schüler waren zum großen Teil alle älter als ich (die Älteste war über 40) und das Englischniveau der Klassen war sehr unterschiedlich. Mit einer Klasse konnten wir schon sehr gut reden und es war sehr lustig 🙂 Bei einer anderen Klasse sollten wir dann plötzlich den Unterricht machen und ihnen die Körperteile beibringen. Das war schon irgendwie ein komisches Gefühl, vor „Schülern“ zu stehen, die alle älter sind als ich und Anna. Aber wir hatten trotzdem alle sehr viel Spaß 🙂

Am Donnerstag haben Anna und ich unsere gesammelten Kleidungsstücke mit ins Chapakazi genommen und verteilt. Anna hatte ganz viele Mädchensachen und ich ganz viele Fußballtrikots. Die Kinder haben sich total gefreut und waren ganz stolz 🙂

Gestern haben wir einen Kochkurs gemacht. Zusammen mit einer Mama haben wir bei ihr zuhause typisch tansanisch gekocht (beziehungsweise sie hat gekocht und wir haben abwechselnd in die Küche geschaut, weil es dort drinnen viel zu eng war…). Es gab Chapati (ähnlich wie Pfannkuchen, aber nur aus Mehl, Öl, Wasser und ein bisschen Salz), Erbsen in Kokosnusssauce, Ugali, verschiedenes Gemüse, eine Chili-Sauce (viiiiel zu scharf für mich 😉 ) und einen Salat. Es war alles total lecker, die Zubereitung war allerdings wirklich „pole pole“ (wir haben uns um elf getroffen und um halb fünf gab es dann Essen)

In zwei Wochen fliegt Anna schon wieder nach Hause, dann sind ihre drei Monate rum. Das ist schon ein komisches Gefühl, immerhin haben wir die letzten drei Monate zusammen in einem Zimmer geschlafen. Und ich habe jetzt bald erst (oder schon) die Hälfte rum. Es geht schon schnell, aber andererseits habe ich auch nochmal die gleiche Zeit vor mir. Ich freue mich aber auf jeden Fall, dass ich noch nicht nach Hause fliege, denn ein bisschen möchte ich schon noch hierbleiben 😉

Ich warte im Moment sehnsüchtig darauf, mal wieder den Kili zu sehen, in den letzten Tagen war er hinter dunklen Wolken verschwunden…

Alles Liebe
Janina

Internationale Küche

Hallo zusammen,

mittlerweile hat mein dritter Monat in Moshi begonnen.

Pünktlich zum April hat jetzt auch die Regenzeit begonnen, einen Monat später als angenommen. Das heißt es regnet jetzt sehr viel, wenn auch nicht immer, aber schon ziemlich häufig.

Im Chapakazi ist die letzten Wochen auch wieder einiges passiert. Wir haben Hadija versprochen, einmal für die Lehrerinnen deutsch zu kochen, also gab es letzte Woche Kartoffelsalat. Alle haben etwas skeptisch geschaut, denn sie kannten keine Mayonnaise und, was mich etwas gewundert hat, keinen Essig und kein Pfeffer. Außerdem wollten sie uns nicht glauben, dass man den Salat nicht kochen muss 😉 Dann kam der Moment der Wahrheit. Deborah scheint es gut geschmeckt zu haben, sie hat sich sogar noch nachgenommen und ich glaube Amina und Hadija waren nicht so begeistert, haben es sich aber nicht wirklich anmerken lassen und tapfer weitergegessen. Am Ende hatten wir noch einiges übrig, sodass die Kinder auch probieren konnten. Es war sehr lustig, die Reaktionen zu beobachten, Kinder sind da nunmal ehrlicher als Erwachsene 😉 Manchen hat es gut geschmeckt und sie wollten noch mehr, andere haben nach einem Bissen angewidert das Gesicht verzogen, zwei haben uns sogar auf Swahili gesagt, dass es schlechtes Essen war 😀 Naja, man muss ja nicht alles mögen, so essen wir zum Beispiel nicht gerne Ugali, eine feste Pampe aus Maismehl und Wasser, die nach nichts schmeckt.

Im Gegenzug zum Kartoffelsalat hat Hadija uns dann gezeigt, wie man Mandazi macht. Das sind kleine Teigtaschen aus Hefeteig mit ein bisschen Zucker und Cardamon, die in heißem Öl frittiert werden. Wir essen sie immer zum „Chai“ (so nennen die Tansanier ihr Frühstück), zusammen mit ziemlich süßem Tee 😀

Ich werde noch ein paar Bilder von den Kochversuchen hinzufügen, aber mein Laptop hatte heute irgendwie keine Lust und deswegen komme ich nicht an meine Kamerafotos dran…Aber Fotos vom Regen habe ich auch auf meinem Handy 😉

Alles Liebe
Janina

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Frohe Ostern!

Hallo zusammen,

tut mir leid, dass ich mich jetzt so lange nicht mehr gemeldet habe. In den letzten zwei Wochen ist ziemlich viel passiert.

Anna und ich sind von unserer Gastfamilie jetzt in eine WG in der Stadt gezogen, da es für uns praktischer ist. Wenn wir von der Gastfamilie in die Stadt wollten, mussten wir immer ein Taxi nehmen, zwar sind die hier nicht wirklich teuer, aber auf Dauer kommt da dann schon mehr zusammen. Jetzt wohnen wir also in einer WG, allerdings sind im Moment keine anderen Voluntäre mit uns in der WG, sodass wir zwei alleine wohnen 🙂

Am Wochenende sind wir mit einer anderen Voluntärin nach Dar Es Salaam gefahren und von dort nach Sansibar, da sie von dort nach Hause geflogen ist und wir haben die Gelegenheit genutzt, uns Dar Es Salaam und Sansibar anzuschauen.

Das Abenteuer hat aber eigentlich schon mit dem Kauf des Bus-Tickets begonnen.
Es gibt in Moshi einen Busbahnhof und sobald man einen Fuß auf das Gelände setzt, wird man von gefühlt hundert Leuten umzingelt, die einem das beste Ticket verkaufen wollen, ohne zu wissen, wo man eigentlich hinmöchte 😀
Gut, dass wir genau wussten, welche Gesellschaft wir nehmen wollten (es gibt leider auch viele Busse, in denen eine Fahrt zum Horror werden kann), deswegen konnten wir uns direkt zu deren Stand durchschlagen.

Als es dann morgens um sieben losging, waren wir noch nicht ganz aus dem Taxi ausgestiegen, da kamen schon wieder hundert Leute und wollten uns Tickets verkaufen, einer hatte plötzlich Annas Koffer in der Hand und war dann verschwunden, kurzum es war ein bisschen chaotisch 😉 Man muss wirklich genau wissen, was man möchte, um heil zum Bus zu kommen. Es herrschte schon so viel Trubel auf dem Bahnhof um die Uhrzeit, zu den Reisenden und Fahrern kommen die ganzen Verkäufer, die ihre mobilen Stände an die Busfenster halten.
Als der Bus dann irgendwann voll war, ging die Fahrt los. Wir hatten uns wirklich einen guten Bus ausgesucht, der überhaupt verkehrstüchtig war, mit einer Klimaanlage ausgestattet und in dem man genug Platz zum Sitzen hatte (manche Busse haben statt 2-2 Sitzen in einer Reihe 2-3 oder sogar 3-3 auf gleichem Raum), sodass die 10 Stunden Fahrt (für 550 km) ganz erträglich waren.

Die Strecke ging über endlose einspurige Straßen, ein ganz anderes Straßenbild, als man es aus Europa kennt, es gibt kaum Kreuzungen, es geht fast immer nur geradeaus 😀 Auch ist mir aufgefallen, dass jeder in seinem Tempo fährt und wir selbst als großer Reisebus oftmals andere Fahrzeuge überholt haben, wobei wir immer ein etwas komisches Gefühl hatten, aber der Fahrer hatte es scheinbar im Griff 😉

Als wir in Dar ankamen, wurden wir erstmal von der Hitze überwältigt. Es ist zwar auch in Moshi ziemlich warm, aber Dar hat Moshi noch um Längen getoppt… Man brauchte sich überhaupt nicht bewegen und war trotzdem total durchgeschwitzt. Außerdem ist Dar viel größer als Moshi und der Verkehr ist der Horror. Hier habe ich auch die ersten Ampeln in Tansania gesehen 🙂
Es sind so viele Autos auf der Straße, dass man teilweise nur mit einem Tuktuk oder Bodaboda (Motorrad) vorwärtskommt und wir hätten es in unserem Taxi fast nicht pünktlich zum Flughafen geschafft. Letztendlich hat es aber doch geklappt 😉

In Sansibar angekommen haben wir uns Stonetown, die „Hauptstadt“ angeschaut. Die Altstadt besteht aus vielen kleinen Gässchen zwischen hohen Häusern, wodurch zumindest ein klein wenig Hitze abgehalten wird. Sansibar ist einerseits bekannt für seine Gewürze, sodass ein Besuch auf dem Markt nicht fehlen durfte. Andererseits ist Sansibar aber auch für den Sklavenhandel bekannt gewesen, und wir haben uns eine Gedenkstätte angeschaut, und waren in einer kleinen Kammer unter der Erde, in der die Sklaven vor dem Verkauf auf dem Markt unter schrecklichsten Bedingungen zusammengepfercht waren.
Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug nach Nungwi gemacht. Dort gibt es auch Projekte von World Unite!, unter anderem kann man dort in einer Schildkrötenstation helfen und ich hatte am Anfang auch überlegt, eventuell dorthin zu gehen. Deswegen haben wir uns in der Station rumführen lassen, allerdings gibt es dort im Moment nicht ganz so viele Schildkröten, da am 28. Februar der sogenannte „Turtle Release Day“ war, an dem die großen Schildkröten zurück ins Meer gebracht werden. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, baden zu gehen, denn Sansibar ist heutzutage ja auch für seine Traumstrände bekannt, außerdem hat das Wetter förmlich danach geschrien, und wir waren froh über etwas Abkühlung.
Danach sind wir wieder zurück nach Dar Es Salaam geflogen (Es gibt eine afrikanische Billigairline, die sogar günstiger ist als die Fähre von Dar nach Sansibar)

Anna und ich haben dann in einem Hotel in der Nähe des Busbahnhofs übernachtet.
Für den Rückweg hatten wir noch kein Ticket gekauft, sodass wir das morgens am Bahnhof erledigen mussten. Dort ging es genauso hektisch zu wie in Moshi und alle Leute wollen einem möglichst schnell das beste Ticket verkaufen. Da wir wieder unsere Linie kannten, konnten wir zumindest einige Männer abwimmeln, und haben dann auch jemanden gefunden, der uns das richtige Ticket verkaufen wollte. Allerdings für den doppelten Preis! Als wir nachgefragt haben sagte er, dass die Regierung den Preis geändert hätte, was wir natürlich keine Minute geglaubt haben. Wenn man in Tansania nicht übers Ohr gehauen werden möchte, muss man immer stark verhandeln, denn die „Mzungu-Preise“ sind völlig ungerechtfertigt. Im Endeffekt haben wir das Ticket dann für den richtigen Preis bekommen und konnten dann wieder nach Moshi fahren. Ich habe mich richtig gefreut, als ich den Kilimanjaro wieder sehen konnte, irgendwie habe ich Moshi schon vermisst 😉

Ich wünsche allen in Deutschland frohe Ostern, an Feiertagen merke ich schon, dass ich Deutschland vermisse, aber ich bin echt erstaunt, wie wenig Heimweh ich hier bis jetzt insgesamt hatte, auch einen wirklichen Kulturschock hatte ich nicht, ich glaube das liegt daran, dass unsere Koordinatoren und auch die anderen Freiwilligen uns von Anfang an das Gefühl gegeben haben, zuhause zu sein.

Viele Liebe Grüße und esst ein paar Ostereier und Schokohasen für mich mit 😉
Janina